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Belichtungsprogramm

Belichtungsprogramme helfen dem Fotografen, in unterschiedlichen Belichtungssituationen die optimale Einstellung für Blende, Belichtungszeit und Sensor-Empfindlichkeit zu finden.


Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Funktionsweise

Ziel eines jeden Belichtungsprogramms ist es, eine geeignete Kombination für die folgenden drei Werte zu finden:

Im Vergleich zur analogen Fotografie ist bei Digitalaufnahmen auch die ISO-Empfindlichkeit des Sensors variabel: Gerade automatische Belichtungsprogramme erhöhen diese oftmals, um bei schlechten Lichtverhältnissen noch vertretbare Werte für Blende und Belichtungszeit zu erreichen. Diese Vorgehensweise geht naturgemäß zu Lasten des Bildrauschens - bei Verwendung eines Stativs bei schlechten Lichtverhältnissen empfiehlt es sich daher beispielweise, auf ein manuelles Programm zu wechseln und eine höhere Belichtungszeit zu wählen.

[bearbeiten] Unterschiedliche Belichtungsprogramme

Bereits in den 80er Jahren konnten an einer Kamera Funktionen wie Blendenautomatik, Zeitautomatik und Vollautomatik gewählt werden. Heute verfügen die meisten Kameras über mehrere Belichtungsprogramme; auswählbar sind diese durch ein Wahlrad oder das Kameramenü.

Belichtungsprogrammen lassen sich in drei Arten unterscheiden:

  • Vollautomatik
  • Vollautomatische Normalprogramme
  • Kreativprogramme (halbautomatisch / manuell)

Bei Vollautomatik und vollautomatischen Programmen muss nur der Auslöser gedrückt werden, bei halbautomatischen oder manuellen Programmen muss mindestens ein Wert manuell eingestellt werden.


[bearbeiten] Vollautomatik

Der Vollautomatik-Modus wird meist durch ein Rechteck (mit abgerundeten Ecken) dargestellt und ist die geeignete Einstellung für alle Situationen, bei denen man nicht spezifisch über die Auswahl des Belichtungsprogramms nachdenken möchte.

Mit der Vollautomatik wählt die Kamera je nach Bildausschnitt, Lichtsituation und Bild-Dynamik alle Einstellungen automatisch. Ziel ist es, ein technisch korrektes Bild in möglichst allen Standardsituationen zu erzeugen. Zudem ermittelt die Vollautomatik in aller Regel auch, ob der Blitz eingeschaltet wird und mit welcher Lichtmenge das Bild durch den Blitz aufgehellt werden soll.


[bearbeiten] Normalprogramme

Normalprogramme arbeiten zwar ebenfalls vollautomatisch, sind im Hinblick auf die Abwägung der verschiedenen Parameter auf bestimmte Situationen ausgelegt. Gängige Normalprogramme sind:

  • Sport: Beim Belichtungsprogramm Sport liegt die Priorität auf der Verschlusszeit, d.h. die Kamera wählt automatisch sehr kurze Belichtungszeiten. So lassen sich Bewegungen ohne Verwacklungen und Bewegungsunschärfe aufnehmen. Da die Belichtungszeit sehr kurz ist, wählt die Kamera automatisch eine entsprechend große Blende, damit mehr Licht einfällt; gegebenenfalls erhöht die Kamera auch den ISO-Wert.
  • Nacht: Bei Nachtaufnahmen reicht die in das Objektiv fallende Lichtmenge für eine gute Belichtung oft nicht aus. Die Kamera wählt deshalb hohe ISO-Werte und eine offene Blende oder auch eine längere Verschlusszeit.
  • Portrait: Bei Portraitaufnahmen soll die Person meist im Vordergrund scharf abbildet werden, während der Hintergrund durch eine größere Unschärfe "ausläuft". Dementsprechend wählt die Kamera im Portrait-Programm eine große Blende und verringert so die Schärfentiefe. Kurze Verschlusszeiten und ggf. eine Reduzierung des ISO-Wertes verhindern dabei eine Überbelichtung des Bildes.
  • Landschaft: (())
  • Nahaufnahme: (())


[bearbeiten] Kreativprogramme

Mit Kreativprogrammen lässt sich die Bildwirkung individuell beeinflussen; sie unterstützten also den gestalterischen Aspekt der Fotografie. Gängige Kreativprogramme sind:

  • Programmautomatik (P): Die Programmautomatik funktioniert im wesentlichen wie die Vollautomatik. Dabei wird allerdings kein Blitz verwendet, und einige Parameter können manuell festgelegt werden.
  • Zeitautomatik (Av): Nachdem die Blende manuell eingestellt wurde, bestimmt die Zeitautomatik automatisch die Belichtungszeit - ideal für alle Situationen, in denen vor allem die Schärfentiefe bewusst gewählt werden soll.
  • Blendenautomatik (Tv):: Hier wird die Belichtungszeit manuell vorgewählt, und die Kamera wählt die passende Blende aus.
  • Manuelle Belichtungssteuerung (M): Bei der manuellen Belichtungssteuerung werden alle Werte von Hand eingestellt.
  • Schärfentiefenautomatik: Die Schärfentiefenautomatik wählt selbstständig eine Kombination aus Blende und Belichtungszeit. Sollen z.B. bei Landschaftsaufnahmen sowohl der Vordergrund wie auch der Hintergrund scharf sein, wählt die Kamera einen großen Schärfentiefenbereich zwischen dem nahen und dem weiter entfernten Objekt.


Eine Garantie, dass ein Motiv auch wirklich optimal erfasst wird, geben die Programme jedoch nicht. Sie orientieren sich lediglich an typisierten Voreinstellungen und Richtwerten. Ein Fotograf sollte deshalb die Vor- und Nachteile der einzelnen Einstellungen kennen und ihre Effizienz in Einzelsituationen beurteilen und einschätzen können.