Kaufberatung
News
GlossarEine digitale Spiegelreflexkamera (engl. DSLR, Digital Single Lens Reflex) ist ein Fotoapparat, in dem das aufzunehmende Bild vom Objektiv über einen Spiegel auf eine Mattscheibe umgelenkt wird.
Das Spiegelreflex-Prinzip wurde im Jahr 1686 erstmals von Johann Zahn beschrieben. 1861 konstruierte Thomas Sutton die erste Spiegelreflexkamera nach diesem Prinzip. Ein Wechselmagazin für die Spiegelreflexkamera wurde 32 Jahre später im Jahr 1893 patentiert. In Deutschland wurde die erste Spiegelreflexkamera im Werk von Richard Hüttig, Dresden, hergestellt und hieß "Zeus-Spiegel-Kamera". Von der ebenfalls in Dresden ansässigen Firma Ihagee wurde anschließend in Großserie die Spiegelreflexkamerea EXA hergestellt. Die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt, die Kine-Exakta, wurde 1936 auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt und stammte ebenfalls von Ihagee.
In einer Spiegelreflexkamera wird das Licht durch die Linse des Objektivs auf einem Schwingspiegel reflektiert und auf die Einstellscheibe projiziert. Durch eine Sammellinse und die Reflexion innerhalb des Pentaprismas wird das Bild im Sucher sichtbar.
Bei der Einäugigen Spiegelreflexkamera klappt während einer Aufnahme der Spiegel nach oben und der Verschluss öffnet sich. Dabei gelangt das Bild auf die Filmebene bzw. den Sensor, wir also in diesem Moment nicht mehr umgelenkt.
Einigen Sonderkonstruktionen arbeiten anstelle eines Schwingspiegels mit einem fest montierten, teildurchlässigen Spiegel oder einem Prisma. Dadurch sind zwar erheblich schnellere Aufnahmefolgen möglich, jedoch ist das Sucherbild bei dieser Ausführung relativ dunkel und die eindringende Lichtmenge ist geringer.
Konstruktionsbedingt ist der Mindestabstand zwischen der Filmebene und der hintersten Linse des Objektivs relativ groß ist, Deshalb werden für kurze Brennweiten (Kleinbild unterhalb ca. 40 mm) Objektive in Retrofokus-Bauweise ausgeführt. Solche Objektive sind durch ihre aufwändigere Konstruktion jedoch nicht nur teurer, auch die Abbildungsqualität kann sich durch die zusätzlichen Linsenelemente verringern.
Weil ein Bild bei abgedunkelter Blende auf der Einstellscheibe nur schwer zu beurteilen ist, wurde die Offenblendenmessung entwickelt. Mit dieser Messung wird die am Objektiv vorgewählte Arbeitsblende erst kurz vor der Auslösung des Verschlusses automatisch eingestellt. Zur Beurteilung der Schärfentiefe lässt sich die Blende bei einigen Kameramodellen manuell auf den Arbeitsblendenwert schließen. Soll die Entfernungseinstellung beurteilt werden, ist die Offenblende optimal, denn ihr Schärfentiefe ist minimal.
Im Aufbau ähneln digitale den analogen Spiegelreflexkameras. Der Unterschied besteht hauptsächlich im Aufnahme-Medium, also Film vs.Bildsensor (CCD- oder CMOS-Sensor).
Auf einem kann ein Foto sofort nach der Aufnahme betrachtet werden und gegebenenfalls neu aufgenommen werden. Darüber hinaus kann bei den meisten Modellen ein Histogramm (Helligkeitsverteilung) eingeblendet werden. Die Untersuchung des Bildes auf Unter- bzw. Überbelichtung wird dadurch - unabhängig von den Wiedergabeeigenschaften des Displays - erleichtert.
Ähnlich wie bei analogen Kameras bieten die Hersteller überwiegend eigene Objektivsysteme an. Auch DSLR-Fotografen müssen sich deshalb auf ein System festlegen. Oft lassen sich jedoch bereits vorhandene, "analoge" Objektive des gleichen Herstellers verwenden.
Gegenüber kompakten Digitalkameras haben DSLRs drei wichtige Vorteile:
Ein Nachteil vieler DSLRs ist der freiliegende Sensor, der aus der Umgebungsluft Staub und kleine Tröpfchen aus der Verschluss- und der Spiegelmechanik sammelt. Zudem war bis vor kurzem bei einer Reihe von Modellen konstruktionsbedingt keine Live-Vorschau des Bildes auf dem Display möglich.
Die zweiäugige Spiegelreflexkamera (engl. Twin lens reflex, TLR) ist mit zwei Objektiven gleicher Brennweite ausgestattet und heutzutage eher ein Exot. Durch das untere Objektiv wird der Film belichtet. Das obere Objektiv projiziert über einen Spiegel ein seitenverkehrtes Abbild auf eine Einstellscheibe. Aus Kostengründen ist das Sucherobjektiv meist einfacher konstruiert, jedoch lichtstärker als das Aufnahmeobjektiv. So wird ein helles Sucherbild gewährleistet und die Scharfstellung vereinfacht. Beide Objektive werden über den Entfernungseinstellungsmechanismus parallel bewegt; so kann über die Einstellscheibe scharf gestellt werden.
Modelle dieser Bauart sind beispielsweise die Rolleiflex und die Mamiya C. Hergestellt wird jedoch nur noch die Rolleiflex in zwei Varianten, eine für Mittelformat und eine für Minox-Kleinstbildformat.
Vorteile
Nachteile
Für zweiäugige Kameras interessieren sich heute in erster Linie nur noch Nostalgiker und Sammler. Durchgesetzt haben sich in der praktischen Fotografie einäugige Spiegelreflexkameras. Jedoch bieten günstige Preise für zweiäugige Spiegelreflexkameras mit hochwertigen Objektiven auf dem Gebrauchtmarkt auch noch einen günstigen Einstieg in die Mittelformatfotografie.