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GlossarMit dem Sucher der Kamera wird der Bildausschnitt festgelegt. Ferner werden damit - je nach Ausstattung der Kamera - die Schärfe und die Belichtungseinstellungen kontrolliert. Konventionelle Kleinbildkameras haben einen optischen Sucher. Digitalkameras verfügen neben dem Sucher noch über ein Display, mit dem das aufzunehmende Bild auch mit Abstand zu betrachten ist.
Die Vorteile des optischen Suchers bestehen in einem klaren und rauschfreien Bild. Ferner entspricht die Helligkeit der Umgebungshelligkeit. Dadurch ist ein Bild auch bei starkem Sonnenlicht gut im Sucher erkennbar. Nachteilig ist jedoch, dass ein optischer Sucher oft nur 80 oder 90 Prozent des tatsächlichen Bildausschnitts zeigt und bei Kompaktkameras abhängig vom Motivabstand leicht verschoben ist.
Hingegen entspricht beim elektronischen Sucher das Bild exakt der späteren Aufnahme. Zusätzlich lassen sich auf dem Display Bildinformationen anzeigen. Nachteilig ist die begrenzte Auflösung elektronischer Sucher sowie vor allem die Tatsache, dass sie mit konstanter Helligkeit arbeiten und daher bei Sonnenlicht bisweilen ein zu dunkles Bild liefern.
Bei Spiegelreflexkameras nimmt der Sucher eine besondere Rolle ein, da man hier quasi direkt durch das Kameraobjektiv blickt. Die Lichtstrahlen werden dazu über einen zwischen Objektifschacht und Bildsensor befindlichen Spiegel nach oben zum Sucher hin abgelenkt und dort auf eine Mattscheibe projiziert. Dadurch erhält man einen realistischen Schärfe- und Belichtungseindruck des Motivs.
Um das Bild seitenrichtig und aufrecht im Sucher darstellen zu können, muss es mehrfach umgelenkt werden. Dazu dient das so genannte Dachkantpentaprisma - eine besonderen Form des Pentaprismas -oder entsprechend angeordnete Spiegel. Seinen Namen verdankt dieses Prisma der "Dachkante" an der Oberseite, die das Bild nochmals horizontal spiegelt.
Die Verwendung von Spiegeln gegenüber einem Prisma ist preiswerter und spart zudem ein paar Gramm Gewicht. Jedoch sind Prismensucher lichtstärker und präziser in der Abbildung, so dass man Spiegelsucher hauptsächlich bei Spiegelreflexkameras im unteren Preissegment antrifft.
Die meisten Spiegelreflexkameras bieten keine Live-Vorschau im Kamera-Display an, da für die Abbildung im Sucher klassisch der Spiegel vor den Bildsensor geklappt ist. Von der Verwendung halbdurchlässiger Spiegel sehen die Hersteller ab, da dies die Lichtstärke des Suchers verringern würde. Zudem würde ein dauerhafter Betrieb des Bildsensors diesen erwärmen und somit dessen Rauschverhalten erhöhen.
Es gibt jedoch bereits einige Geräte auf dem Markt, die dieses Problem gelöst haben, indem ein zusätzlicher Bildsensor mit geringerer Auflösung im Strahlengang des Sucherbildes positioniert ist und somit die von den Kompaktkameras bevorzugte Motivsuche über das Display ermöglicht.