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GlossarObwohl auch digitale Kompaktkameras inzwischen viele fotografische Möglichkeiten bieten, sind Spiegelreflexkameras (Produktübersicht Spiegelreflexkameras) immer noch erste Wahl, wenn Fotos individuell gestaltet werden sollen. Hier lassen sich Belichtungszeit, Blende oder Blitzeinstellungen völlig frei wählen. Eine weiterer Vorteil einer Spiegelreflexkamera ist das Arbeiten mit Wechselobjektiven. Die Bildqualität entspricht analogen Systemkameras und übertrifft die Bildqualität von Kompaktmodellen. Nachteilig: Spiegelreflexkameras sind nicht nur teurer, sondern auch größer und schwerer als digitale Kompaktkameras.
Der Markt bietet neben den mehrere Tausend Euro teuren Profikameras schon länger auch digitale Spiegelreflexkameras (DSLR-Kameras) zu günstigen Einstandspreisen. Da man sich beim Kauf einer Spiegelreflexkamera auch auf den Objektivanschluss eines Herstellers festlegt, sollte man darauf achten, dass auch die passenden Objektive verfügbar sind - und was sie kosten. Eine Ausnahme von dieser festen Bindung von Kamera an Objektivsystem bilden Kameras mit dem unter Federführung von Olympus und Kodak entwickelten Four-Thirds-System: Damit lassen sich entsprechende Objektive mit jeder Kamera verwenden, die dieses System unterstützt. Da es sich dabei jedoch noch um einenr echt jungen Standard handelt, hat die Auswahl der verfügbaren Objektive noch nicht die der klassischen Formate erreicht.
Die größte Vielfalt an Objektiven (Produktübersicht Objektive) wird von den Marktführern wie Canon oder Nikon angeboten. Markenobjektive sind jedoch teuer. Preisgünstiger sind Objektive von Drittherstellern wie Sigma oder Tamron, die auf Canons EF-Anschluss oder Nikons F-Mount passen. Mit zwei guten Zoomobjektiven ist man in der Regel für die meisten Aufnahmesituationen gut ausgerüstet. Ein Objektiv sollte den Bereich Weitwinkel (28 mm Brennweite) bis zum leichten Teleobjektiv (70 mm Brennweite) abdecken und vor allem lichtstark sein. Mit dem zweiten Objektiv lassen sich die Aufgaben des klassischen Telezooms (70 bis 200 mm Brennweite) abdecken. Darüber hinaus gibt es für verschiedene Einsatzzwecke Objektive mit fester Brennweite, die überwiegend von ambitionierten Anwendern und Profis verwendet werden. Sie bieten meist eine bessere Bildqualität, sind jedoch insgesamt teurer als Zoom-Objektive.
Grundsätzlich ist die Qualität der Objektive genauso wichtig wie die der Kamera selbst. Denn ein guter Kamerasensor kann immer nur so gute Bilder machen, wie das Objektiv es zulässt. Wer bereits eine analoge Spiegelreflexkamera besitzt, kann unter Umständen die bereits vorhandenen Objektive weiterverwenden, wenn er eine digitale Kamera mit dem entsprechenden Anschluss wählt.
Mehr über die Auswahl des passenden Objektivs finden Sie in unserem Objektiv-Berater.
Digitale Spiegelreflexkameras bieten als Standard eine Auflösung von acht Megapixel - für die meisten Anwendungen reicht dies völlig aus. Erst wenn alle Bauteile, auch das Objektiv, qualitativ hochwertig sind, erzeugt eine Kamera sehr gute Bilder. Höherwertige Kameras, die bis zu 16 Megapixel verfügen, werden unter anderem für Posteraufnahmen benötigt.
Von der physikalischen Größe des Sensors hängen bei gleicher Auflösung entscheidend das Bildrauschen und die Lichtempfindlichkeit ab. Da digitale Spiegelreflexkameras über erheblich größere Sensoren verfügen als Kompaktkameras, sind sie diesen deutlich überlegen. Bei einigen Spitzenmodellen ist der Sensor sogar so groß wie das Negativ eines Kleinbildfilms.
Kleinere Sensoren, die in die meisten Spiegelreflexkameras eingebaut sind, haben noch einen interessanten, bisweilen nützlichen Nebeneffekt: Da die Brennweite eines Objektivs von der Größe des Films respektive Sensors abhängt und normalerweise bezogen auf das Kleinbildformat von 24 x 36 mm angegeben wird, "wirkt" die Brennweite an einer Spiegelreflexkamera mit kleinerem Sensor entsprechend größer, Die Brennweiten-Angabe des Objektivs muss - je nach Größe des Sensors - mit einem Verlängerungsfaktor zwischen 1,5 bis 2.0 multipliziert werden. Ein Objektiv mit der Brennweite 18 bis 55 mm führt zum Beispiel bei den meisten Canon-Kameras zu den realen Werten 29 bis 88 mm.
Die in ISO gemessene Lichtempfindlichkeit des Sensors ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Auch Einsteigermodelle bieten heute Lichtempfindlichkeiten von ISO 1600 oder gar ISO 3200 - weit mehr als die herkömmlicher analoger Filme. Jedoch kann sich bei hohen ISO-Werten das Bild- und Farbrauschen erhöhen. Die größeren Sensoren der Spiegelreflexkameras neigen erheblich weniger zum Rauschen als die kleineren Sensoren von Kompaktkameras - ein weiteres Argument für Spiegelreflexkameras mit möglichst großem Sensor.
Bilder mit einer hohen Auflösung benötigen vergleichsweise viel Platz auf der Speicherkarte, vor allem wenn sie unkomprimiert im RAW-Format gespeichert werden: Selbst bei einer Auflösung von nur 6 Megapixel braucht ein unkomprimiertes Bild rund 17 Megabyte, mit dem Faktor 1:10 im JPEG-Format komprimiert noch knapp zwei Megabyte. Beim Kauf der Kamera sollte deshalb ein entsprechend großer Speicher berücksichtigt werden. Der Speicher sollte aber nicht nur groß sein, sondern auch schnell arbeiten. Das gilt besonders bei Serienaufnahmen, denn dort kommt es sonst zu Verzögerungen.
Bei Spiegelreflexkameras kommen hauptsächlich zwei Speicherformate zum Einsatz: Dies ist einerseits das Compact-Flash-Format, andererseits das SD-Format (Secure Digital). Beide Speicher erfüllen die hohen Anforderungen an die Übertragungsgeschwindigkeit.
Relativ neu ist die Weiterentwicklung der SD-Karte mit der Bezeichnung SDHC (Secure Digital High Capacity). SDHC-Karten sollen bis zu 32 Gigabyte speichern können und werden in Klassen unterteilt (2, 4 und 6), welche die maximale dauerhafte Übertragungsmenge in Megabyte angeben. Die Klasse 6 beispielsweise - die schnellste Karte - kann bis zu sechs Megabyte Daten pro Sekunde dauerhaft schreiben. Obwohl SDHC-Karten äußerlich herkömmlichen SD-Karten gleichen, sind sie zu ihnen nicht kompatibel. Die Kamera bzw. das Lesegerät muss explizit SDHC unterstützen, damit diese Karten verwendet werden können. Allerdings lässt sich diese Eigenschaft zum Teil über ein Firmware-Update nachrüsten.
Digitale Spiegelreflexkameras unterscheiden sich äußerlich nur wenig von ihren analogen Vorgängern. Viele Modelle sind so groß und schwer wie analoge Spiegelrelexkameras, dafür ist das Gehäuse jedoch stabiler als das einer digitalen Kompaktkamera. Lediglich die Gehäuse von Einstiegsmodellen können aus Kostengründen aus einfachem Kunststoff bestehen und auch etwas kleiner ausfallen.
Im Gegensatz zu Kompaktkameras haben Spiegelreflexkameras stets einen optischen Sucher, durch den man die Szene auswählen und betrachten kann. Zudem sieht man mit dem Sucher direkt durch das Objektiv und damit praktisch exakt dasselbe, was mit dem Druck auf den Auslöser auch auf den Bildsensor fällt. Ein Kippspiegel, der direkt zwischen Objektivgang und Bildsensor geschwenkt ist, lenkt die Lichtstrahlen nach oben zum Sucher ab. Mit dem Druck auf den Auslöser klappt der Spiegel nach oben und gibt die Sicht zum Sensor frei.
Bei hochwertigen Spiegelreflexkameras ist Prismensucher verbaut: Die Lichtstrahlen werden durch ein Glasprisma geleitet und auf eine mattierte Scheibe projiziert. Die preisgünstigere und leichtere Variante ist die Umlenkung durch einfache Spiegel.
Der Sucher sollte ausreichend lichtstark sein, damit sich auch bei schlechten Lichtverhältnissen das Motiv noch gut erkennen lässt. Diese Lichtstärke hängt von der Qualität des Prismas und der Mattscheibe ab.
Zwar bieten auch Spiegelreflexkameras ein Display, doch dient dieses hier fast immer nur zur Bildkontrolle nach der Aufnahme und zur Steuerung des Menüs. Bis vor kurzem musste man bei den meisten Spiegelreflexkameras mit einem sehr kleinen Display auskommen; dies ändert sich jedoch zunehmend.
Eine Live-Ansicht, wie man sie von den Kompaktkameras her kennt, ist erst bei einigen Kameras der neuesten Generation möglich, da ja während der Suchphase der Bildsensor durch den Kippspiegel abgedeckt wird. Zwar wäre die Verwendung eines halbdurchlässigen Spiegels möglich, jedoch geht das zu Lasten der Lichtstärke des Suchers. Außerdem müsste dann der Bildsensor permanent eingeschaltet sein, was dessen Grundrauschen aufgrund der entstehenden Betriebswärme erhöhen würde.
Spiegelreflexkameras mit Live-Ansicht verfügen daher in der Regel über einen zweiten Bildsensor, der ausschließlich für die Suchphase verwendet wird.
Der Strombedarf digitaler Spiegelreflexkameras ist durch die Elektronik und die Vorschau-Displays erheblich größer als bei analogen Modellen. Ein großer Teil der DSLRs kann mit einer einzigen Akkuladung mehr als 500 Bilder aufnehmen. Werden jedoch Zoomfunktion, Bildstabilisator und/oder integrierter Blitz ausgiebig genutzt, entladen sich die Akkus erheblich schneller. Deshalb sollte bereits beim Kauf der Kamera ein Zweitakku eingeplant werden. Zu bevorzugen sind Lithium-Ionen-Akkus, die besonders lange Leistung abgeben und keinen Memory-Effekt haben, der eine abfallende Leistung zur Folge hat. Für einige Modelle ist zudem ein Zusatzakku als Zubehör erhältlich, der direkt an die Kamera gesteckt wird, die dadurch jedoch schwerer und unhandlicher macht. Diese Variante ist daher nur dann zu empfehlen, wenn in kurzer Zeit viele Fotos geschossen werden müssen und üblicherweise keine Zeit zum Akkuwechsel zur Verfügung steht, wie z.B. bei der Sportfotografie.
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